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Ausgabe 01/2008
Ausgabe 03/2008

European Packaging Institute (EPI)
Reports, News, Notifications - Deutsche Ausgabe 1/2006

5 Jahre Mitteilungen des Europäischen Verpackungsinstituts e. V.

Im Jahre 2006 erscheinen die regelmäßigen Mitteilungen des Europäischen Verpackungsinstituts e. V. im 5. Jahrgang. Mit den Mitteilungen, die unter dem Titel "Reports, News, Notifications" herausgegeben werden, werden Mitglieder und Partner des Instituts sowie Interessenten an der Entwicklung des Verpackungswesens in Europa über Vorhaben, Pläne und Projekte des Instituts sowie über wichtige Arbeitsergebnisse informiert. Dabei werden auch bemerkenswerte Aktivitäten von einzelnen Instituten und Verbänden berücksichtigt, darüber hinaus wichtige Maßnahmen der Europäischen Union und internationaler Organisationen.

In den Jahren 2001 bis 2004 sind 9 Ausgaben mit mehr als 100 Beiträgen erschienen. 2005 wurden drei Ausgaben mit 42 Beiträgen veröffentlicht. Dabei wurden neben Berichten zur Tätigkeit des Vorstandes des Instituts sowie der Europäischen Union und internationaler Organisationen Beiträge aus 9 Ländern berücksichtigt.

Vorschlag: Europäisches Technologieinstitut

Die Europäische Kommission hat eine öffentliche Konsultation über mögliche Ziele und Aufgaben eines Europäischen Technologieinstituts eröffnet. Das Institut soll die Innovationstätigkeit und den Wissenstransfer fördern. Schwerpunkte der Konsultation sind der Auftrag des Instituts sowie der mögliche Nutzen und die zweckmäßige Struktur der vorgeschlagenen europäischen Institution. Falls der Europäische Rat dem Vorschlag, das Institut zu gründen, zustimmt, wird die Europäische Kommission den für die Gründung erforderlichen Rechtsakt vorbereiten.
Nähere Informationen unter http://www.europa.int/comm/education/eit/index_dehtml

INNOVATIONSPARC PACKAGING

Für die Zeit vom 24. bis 27. September 2006 lädt die Messe Düsseldorf erstmalig zum INNOVATI-ONSPARC PACKAGING nach Düsseldorf ein. Der Innovationsparc findet in Verbindung mit den Fachmessen InterMopro, InterCool und InterMeat statt und soll Anregungen für die Anwendung fortschrittlicher Verpackungen in den Unternehmen der Lebensmittelindustrie vermitteln. Als Exponate werden Packmittel für Molkereiprodukte sowie für Fleisch- und Wurstwaren und für tiefgefrorene Lebensmittel erwartet, außerdem die Vorstellung neuer Entwicklungen auf dem Gebiet der Radiofrequenz-Identifikation (RFID), auf dem Gebiete der Etikettierung und der Displays.
Von den in der Welt produzierten Verpackungsmitteln werden z. Z. 40% für Nahrungsmittel und 4% für den Bereich des Catering verwendet. 15% dienen der Getränkeverpackung.

Umweltstrategie der EU bis 2012

Die Entwicklung der Europäischen Union zu einer "Recycling-Gesellschaft" und das Setzen von Maßstäben für die Abfallvermeidung sind Schwerpunkte der Umweltstategie, die die Europäische Kommission bis zum Jahr 2012 verfolgt. Vorgesehen ist dabei die Überarbeitung der vor fast 30 Jahren verabschiedeten Abfallrahmenrichtlinie.

Nach Ermittlungen, die der Europäischen Kommission vorliegen, ist das Abfallvolumen in den Ländern der Union in den letzten Jahren überproportional gewachsen. Die Abfallmenge beträgt gegenwärtig mehr als 1,3 Milliarden Tonnen im Jahr. Nach dem Millenium-Bericht, der von den Vereinten Nationen veröffentlicht worden ist, sind 15 von 24 Ökosystemen, die Rohstoffe liefern und das Leben auf der Erde ermöglichen, beeinträchtigt oder nicht nachhaltig genutzt.

Entwicklungen auf dem Gebiete der Verpackung und der Verpackungsverwertung

Der Verein zur Förderung des internationalen Transfers von Umwelttechnologie - ITUT e. V. und die Duales System Deutschland AG hatten in der Zeit vom 7. bis 9. November 2005 zu einem Spezialseminar über "Neue Entwicklungen im Bereich Verpackung und Verpackungsverwertung" Fachjournalisten und Publizisten eingeladen. Im Rahmen dieser Weiterbildungsveranstaltung standen Vorträge zum Thema "Entwicklungen auf dem Gebiete der Verpackung in Gegenwart und Zukunft", "Entwicklungen im Verpackungsmaschinenbau - Zukunftsfähigkeit durch Systemdenken" sowie "Biologisch abbaubare Kunststoffe im Verpackungsmarkt - eine Erfolgsgeschichte für die Zukunft?" und "Verpackungsrecycling - Der Grüne Punkt in Deutschland und Europa" zur Diskussion. Außerdem hatten die Seminar-teilnehmer die Möglichkeit, das Umweltforschungszentrum (UFZ) Leipzig - eine Großforschungsein-richtung der Helmholtz-Gemeinschaft - kennenzulernen und in der SERO Leipzig GmbH die größte vollautomatische Sortieranlage für Leichtverpackungen in Deutschland und in Großpösna bei Leipzig die größte mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlage in Deutschland - die MBA Cröbern zu besichtigen. Zum Abschluss des Spezialseminars fand in Berlin ein Gespräch mit dem Budestagsabgeordneten Helmut Königshaus über "Perspektiven der Kreislaufwirtschaft in Deutschland" statt.
An den Beratungen nahmen 28 Spezialisten aus 12 Ländern teil, neben deutschen Journalisten und Spezialisten Publizisten aus Frankreich, Großbritannien, Mazedonien, den Niederlanden, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, der Schweiz, der Tschechischen Republik sowie Ungarn und Weißrussland.
Mit den Vorträgen erhielten die Teilnehmer eine Übersicht über wichtige Erkenntnisse und Erfahrungen, die bei Studien zur Entwicklung von Packstoffen und Packmitteln sowie beim Verpackungsrecycling in Deutschland und in anderen europäischen Ländern gewonnen worden sind. Gleichzeitig wur-den sie mit wichtigen Entwicklungen in der Verpackungstechnologie vertraut gemacht.
Aus den vorgestellten Studien ergibt sich, dass der weltweit steigende Verbrauch an Verpackungsmaterialien auch in den nächsten Jahren anhalten wird und dass die noch erheblichen Unterschiede im Verpackungsniveau allmählich überwunden werden. Besonders wichtig ist, dass die Möglichkeiten, die der Stand des Wissens bietet, angeschöpft werden und dass den neuen Anforderungen, die sich aus ökologischen Erkenntnissen und aus den Forderungen nach der Corporate Social Responsibility ergeben, Rechnung getragen wird. Besser zu beachten ist ferner der Anteil der Verpackung an der Produktqualität. Wenn z. B. bei zahlreichen Erzeugnissen der Anteil der Verpackung an der Erzeugnisqualität zwischen 15 und 25% beträgt, die Verpackungskosten aber nur 0,5 bis 2,7% der Produktionskosten ausmachen, so wird deutlich, dass mit geringen Aufwendungen für die Verpackung ein bedeutender Nutzen möglich wird.
Auch in der Verpackungstechnik zeichnen sich neue Anforderungen ab. So wird von den Verpackungsmaschinen in Zukunft die selbständige Ermittlung der Eigenschaften der Packstoffe und die selbstregulierende Kontrolle der Produktqualität ebenso erwartet wie ein um 50% geringeres Gewicht und ein verringerter Energieverbrauch (um 40% unter dem gegenwärtigen Energieverbrauch).
Mit besonderem Interesse verfolgten die ausländischen Teilnehmer die Vorträge über die Tätigkeit der Duales System Deutschland AG und der Organisation PRO EUROPE. Die Duales System Deutschland AG hat seit Aufnahme ihrer Tätigkeit 61.330.281 t Verpackungsabfälle verwertet, 2004 dabei 63 kg pro Kopf der Bevölkerung. Die Gesellschaft hat z. Z. 19.000 Kunden, unter ihnen 25% ausländi-sche Unternehmen. Der Organisation PRO EUROPE gehören die Grüne-Punkt-Gesellschaften aus 25 Ländern an, die die in Deutschland gewonnenen Erfahrungen nutzen. Über die nationalen Organisati-onen nutzen inzwischen 120.000 Unternehmen den Grünen Punkt als Lizensierungszeichen.

Beirat für Verpackungen aus Biokunststoffen

Vertreter von 14 Unternehmen, die Biokunststoffe herstellen und verarbeiten, haben in Verbindung mit dem Interseroh-Konzern einen Beirat für "Biokunststoffe und kompostierbare Verpackungen" gebildet.
Zu den Firmen, die im Beirat vertreten sind, gehört auch der niederländische Produzent Eosta, der bereits Verpackungen für deutsche Discounter liefert. Die Hauptziele des Beirats bestehen darin, die Markteinführung der Verpackungen aus Biokunststoffen zu fördern und Konzepte für eine sachgerechte Verwertung der neuen Verpackungen zu entwickeln.

Selbstverpflichtung zum Einsatz von Biokunststoffen

Ein Konsortium von Kunststoffherstellern hat sich verpflichtet, für Verpackungszwecke "umweltfreundliche Polymere" bereit zu stellen. Zu dem Konsortium gehören die BASF aus Deutschland sowie die Unternehmen Cargill Dow (USA), Novamont (Italien) und Rodenburg-Biopolymers (Niederlande), die sich in Europa mehr als 90% des Marktes an Biokunststoffen teilen.

Die Europäische Kommission, die gegenwärtig keine Rechtsvorschriften zum Einsatz von Biokunststoffen plant, hat diese Selbstverpflichtung begrüßt, zumal Innovationen auf dem Gebiete der Biokunststoffe das Angebot an Polymeren erweitern, den Landwirten zusätzliche Einkommensquellen eröffnen und auch durch hochwertigen Kompost zur Verbesserung der Boden- und Wasserqualität führen.

Geringere Kosten für den Markenschutz in der EU

Nach einem Beschluss der Europäischen Kommission sind die Gebühren des Europäischen Marken-amtes für die Anmeldung und Eintragung der Marken und für die Verlängerung der Schutzrechte gesenkt worden. Bei dem in Alicante ansässigen Markenamt waren bisher für die Anmeldung einer Gemeinschaftsmarke 975 Euro und für die Eintragung einer Gemeinschaftsmarke 1100 Euro sowie für die Verlängerung des Schutzrechtes 2500 Euro zu entrichten.

Die neuen Gebühren sind 900 Euro für die Anmeldung einer Gemeinschaftsmarke und 850 Euro für die Eintragung der Gemeinschaftsmarke sowie 1500 Euro für die Verlängerung des Schutzrechtes. Durch Nutzung des elektronischen Anmeldesystems können weitere 150 Euro je Anmeldung eingespart werden. Mit der Verringerung der Gebühren werden die finanziellen Hürden für die Nutzung des Markenschutzes etwas verringert.

Diskussionsschwerpunkt: Produktpiraterie

Als Hebel für die Bekämpfung der Produktpiraterie wird gegenwärtig in den Fachkreisen verschiede-ner Länder die EU-Richtlinie zur Stärkung der Rechte von Markeninhabern, Erfindern und Urhebern diskutiert. Die Notwendigkeit eines konsequenteren Vorgehens gegen Produktfälschungen geht aus Mitteilungen der europäischen Zollbehörden hervor. Danach werden heute nicht nur Luxuserzeugnisse namhafter Produzenten, sondern auch Erzeugnisse des täglichen Bedarfs als Imitate angeboten. Im Jahr 2004 wurden von den Zollorganen der Europäischen Union 103 Millionen Erzeugnisse als gefälscht erkannt und beschlagnahmt. Dies ist nach Ansicht der Fachkreise jedoch nur die Spitze des Eisberges. In den jetzt laufenden Diskussionen werden u. a. eine Mindeststrafe für Produktpiraterie und die Möglichkeit zur Beschlagnahme gefälschter Transiterzeugnisse gefordert.

Einführung der europäischen Vorschriften in Litauen

Nach dem Beitritt zur Europäischen Union werden in Litauen die europäischen Vorschriften auf dem Gebiete der Verpackung eingeführt. Dies geht aus einem Bericht des Litauischen Verpackungsverbandes hervor. So wird gegenwärtig die Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. Oktober 2004 über Materialien und Gegenstände, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen und zur Aufhebung der Richtlinien 80/590/EWG und 89/109/EWG (Amtsblatt Nr. L338 vom 13.11.2004, S. 0004 - 0014) in das litauische Gesetzwerk
übernommen. Gleichzeitig werden die Europäischen Normen zur Verpackung in das litauische Normenwerk überführt. Dabei werden die neuesten Erkenntnisse über Warenschäden sowie auf dem Gebiete der Prüfung, Beurteilung und Bewertung der Qualität der Verpackung ausgewertet.
Eine Verpackungsverordnung, die der Europäischen Verpackungsdirektive entspricht, ist in Litauen bereits in Kraft.

Studien zur Entwicklung des Verpackungswesens in den Reformländern Mittel-, Ost- und Südeuropas

Die Fortschritte, die bei der Entwicklung des Verpackungswesens in den Reformländern Mittel-, Ost- und Südeuropas in den letzten 10 Jahren erzielt worden sind, waren Gegenstand von Studien, die in Verbindung mit den Weiterbildungsveranstaltungen für Verpackungsexperten am Bildungszentrum der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig durchgeführt worden sind. Grundlage der Studien waren Befragungen der Experten, die an den Kursen teilgenommen haben, sowie die Beratungen, die auf der Grundlage der erhaltenen Antworten durchgeführt worden sind.

Der nunmehr vorliegende Bericht beruht auf den Mitteilungen von Experten aus Armenien, Bulgarien, Polen, Rumänien, Russland, der Ukraine und Weißrussland. Er verdeutlicht dabei die in den einzelnen Ländern erreichten Fortschritte und die bestehenden Probleme. Ein Schwerpunkt des Berichtes sind die spezifischen Anforderungen an die Verpackungen, ganz speziell die Anforderungen an die Verpackungsgestaltung sowie an die Schutz-, die Rationalisierungs- und die Informationsfunktion, und die neuen ökologischen Anforderungen, z. B. an die stoffliche Verwertbarkeit. Außerdem werden die Kriterien und Ziele für die Entwicklung neuer Verpackungen in den 7 unterschiedlichen Ländern ausgewer-tet, ebenso auch die in diesen Ländern verbreiteten Kritiken an den Verpackungen importierter Erzeugnisse, die nicht nur für die Reformländer bemerkenswert sind.

Internationaler Masterstudiengang für Verpackung an der Technischen Universität Lappeenranta

An der Technischen Universität Lappeenranta in Finnland wird ein internationaler Masterstudiengang für neue Verpackungslösungen vorbereitet. Ein Schwerpunkt der Ausbildung, die zu dem akademischen Grad Master of Sciences führen wird, werden Verpackungslösungen aus Papier, Karton und Pappe sein. Die Ausbildung soll in enger Beziehung zur Praxis durchgeführt werden. Ziel der Ausbildung sind Experten für führende Positionen in der Forschung und Entwicklung sowie in der Produktion und im Marketing

Sammelband zur Entwicklung auf dem Gebiete der Verpackung in Armenien erschienen

Die Ergebnisse, die im Armenischen Verpackungsverband ARMENPAK bei der Auswertung der jüngs-ten Entwicklungen auf dem Gebiete der Verpackung gewonnen worden sind, sind Gegenstand eines neuen Sammelbandes mit Beiträgen von 7 Autoren. Es handelt sich hierbei um einen 88 Druckseiten umfassenden Band, der als 4. Teil der Buchreihe "Verpackung, Materialien, Ausrüstung, Technologien, Neuheiten" herausgegeben worden ist Die Beiträge stehen den Lesern in Russisch, Englisch und Armenisch zur Verfügung.

Inhaltliche Schwerpunkte sind die Auswertung der jüngsten ROSUPAK und der TAROPAK 2005 so-wie die Fortschritte der Lebensmittelverpackung (Beiträge "Moderne Tendenzen in der Lebensmitteverpackung" sowie "Moderne Packstoffe für Lebensmittel"). Weitere Beiträge informieren über "Das Etikett als Gegenstand von Studien" sowie über "Die Verpackung und die Weiterbildung in Armenien" und über die zur Kennzeichnung von Gütern eingeführten Regelungen. Vervollständigt wird der Band mit der Wiedergabe des FEFCO-Codes.

In Arbeit befindet sich in Yerevan eine Publikation zur armenischen Verpackungsterminologie.