Die Verpackungsinstitute und -verbände, die bereits in 15 europäischen Ländern arbeiten, stehen in zunehmendem Maße vor gemeinsamen Problemen. Die Lösung der Probleme erreicht mit der Entwicklung des Binnenmarktes, mit der Erweiterung der Europäischen Union und der weiteren Globalisierung eine hohe Dringlichkeit, der die bisher auf europoäischer Ebene wirkenden Institute und Verbände nicht gerecht werden können, wie z.B. die EPF (European Packaging Federation), die PRO EUROPE (Packaging Recovery Organisation Europe) oder PRO CARTON (Association of European Cartonboard and Carton Manufactures). Auch internationale Vereinigungen von Verpackungsinstituten und Verpackungsspezialisten wie die iapri (The international Association of Packaging Research Institutes) oder IPPO (International Packaging Press Organisation) arbeiten nur in einem begrenzten Rahmen zusammen.

Die Zusammenarbeit der europäischen Verpackungsinstitute und -verbände ist bisher nicht systematisch entwickelt worden. Der Austausch besteht hauptsächlich im Tausch von Veröffentlichungen und Arbeitsberichten sowie in Gesprächen auf Tagungen und Messen. Vereinbarungen über eine systematische Zusammenarbeit bestehen vorerst zwischen wenigen Partnern, so z.B. zwischen dem Deutschen Verpackungsinstitut e.V. sowie dem Ukrainischen und dem Litauischen Verpackungsverband. In die internationalen Weiterbildungsveranstaltungen, die die Arbeitsstelle Leipzig des Deutschen Verpackungsinstituts e.V. und die Industrie- und Handelskammer zu Leipzig in Verbindung mit der Duales System Deutschland AG und anderen Partnern durchführt, wurden bisher Spezialisten und Manager aus 15 Ländern einbezogen. Im Rahmen dieser Kurse wurde die Rolle einer systematischen Zusammenarbeit auf euorpäischer Ebene unterstrichen. Dabei kam zum Ausdruck, daß es nur wenige Fachbereiche gibt, für die dies so dringlich ist wie für das Verpackungswesen. Hinzu -kommt, daß das Verpackungswesen für alle Bereiche von Bedeutung ist, in denen Produkte entwickelt, produziert, transportiert, gehandelt und konsumiert werden, und daß Entscheidungen zur Verpackung von einer sehr großen Anzahl von Voraussetzungen und Regelungen abhängig sind, die die Produktion von Erzeugnissen und Verpackungsmaterialien betreffen, und daß die Auswirkungen dieser Entscheidungen bis zur Entsorgung und Verwertung der gebrauchten Verpackungen reichen.

Bedingt durch den Binnenmarkt und die Weiterentwicklung der Wirtschaftsbeziehungen, wächst der Anteil der Verpackungsprobleme, die eine europäische Lösung erfordern. Viele Fragen von europäischer Dimension stehen auch vor den europäischen Behörden und Organisationen sowie vor den international agierenden Unternehmen, die von den nationalen Instituten und Verbänden nur zum Teil beantwortet werden können.

Die Gründung des Europäischen Verpackungsinstituts entspricht daher einem dringenden Bedürfnis der Wirtschaft und der Gesellschaft. Sie schafft die organisatorischen Voraussetzungen für Fortschritte im europäischen Verpackungswesen, ganz speziell

  • durch die Sicherung eines systematischen Austausches und die Herausgabe regelmäßiger Informationen,
  • durch die Entwicklung von Forschungsprogrammen und durch die Koordinierung von Forschungsthemen zu europäischen Verpackungsproblemen,
  • durch Konferenzen, Seminare und Weiterbildungsveranstaltungen und
  • durch spezielle Aktivitäten zur Förderung der Zusammenarbeit, z.B. durch Einbeziehung von Universitäten und Hochschulen und durch den Austausch von Hochschullehrern, Studierenden, Wissenschaftlern und Praktikern.

Die wichtigste Aufgabe besteht in den ersten drei Arbeitsjahren in

  • der Erfassung der dringendsten Verpackungsprobleme, die auf europäischer Ebene gelöst werden müssen,
  • der Ermittlung der Voraussetzungen, die die nationalen Verpackungsinstitute und -verbände für die Lösung bzw. für die Mitarbeit an der Lösung der Verpackungsprobleme bieten, und
  • der Schaffung von Voraussetzungen für die Zusammenarbeit und in der Erschließung neuer Möglichkeiten für Fortschritte im Verpackungswesen. Rolle des Europäischen Verpackungsinstituts